Das Streben nach Glück - Clear Minds

Expertenwissen

Das Streben nach Glück

Viel Beinfreiheit hatte ich nicht während meines 7-stündigen Fluges nach New York. Auch um die Armfreiheit war es schlecht bestellt. Dank der entschlossenen aber minimalen Belästigung meiner beiden Sitznachbarn konnte ich dennoch die Schlagzeilen in europäischen Zeitungen erhaschen: Trump hier, Tweet da – überall Lärm. Schlimmste Befürchtungen kamen auf: wird mich am Ende dieses Fluges ein Land erwarten, das sich am Rande eines Zusammenbruchs befindet?

von Adrian Schatzmann, September 17, 2019
Gelesen in: 2 min

Kaum amerikanischen Boden betreten, waren meine dunklen Gedanken schnell verflogen. Emsiges Treiben wohin ich schaute.

Es schien mir nun, als hätte mir die Bordlektüre den Blick auf die durchaus positive amerikanische Realität einmal mehr komplett verstellt.

Die folgenden Tage an der US-Ostküste bestätigten mir diese ersten Eindrücke. Die US-Wirtschaft läuft immer noch auf Hochtouren. Und obschon nicht alle Bevölkerungsschichten gleich viel von diesem Wachstum profitieren: Amerika geht es als Volkswirtschaft heute deutlich besser als vor 10 Jahren. Die Arbeitslosigkeit befindet sich auf einem Rekordtief von 3.4%, die Wirtschaft befindet sich seit 10 Jahren im Wachstum und auch die Löhne sind moderat aber konstant angestiegen.


Wirtschaftswachstum: USA vs Eurozone

Chart GDP.PNG

Quelle: Worldbank


Arbeitslosigkeit: USA vs Eurozone

Chart Unemp.PNG

Quelle: Worldbank


Vieles deutet darauf hin, dass die amerikanische Erfolgsgeschichte auch in Zukunft weitergehen wird. Zwar gehen die Meinungen zu Donald Trump weit auseinander. Das Land hinterlässt aktuell in der Tat einen gespaltenen Eindruck. Umso mehr muss der US-Präsident aber am unüberhörbaren Brummen der US-Wirtschaft interessiert sein. Entsprechend wird er wohl sein Möglichstes tun, um den gegenwärtigen Zyklus noch weiter zu verlängern.

Vor diesem Hintergrund erwarten wir auch nicht, dass Trump an einer langfristigen Eskalation des Handelskrieges mit China interessiert ist, viel eher wird er in den nächsten Monaten einen «Deal» präsentieren wollen. So erwarten wir in den nächsten 6 – 12 Monaten zwar eine Abkühlung der US Wirtschaft mit tieferem Wachstum – nicht aber eine Rezession. Entsprechend gehen wir von einem etwas tieferen Anstieg der Unternehmensgewinne aus.

Fazit: Amerikanische Aktien gehören über kurz oder lang in jedes Depot.

Die Frage ist nun, wieviel?

Der übliche, globale Aktienfonds eines beliebigen Anbieters in der Schweiz hält in der Regel rund die Hälfte in amerikanischen Aktien. Weshalb? Standardprodukte leiten ihre Ländergewichte aus der Marktkapitalisierung der an der Börse gehandelten Firmen ab. Und die Kapitalisierung der US Firmen ist nun mal global die Grösste.

Bei Clear Minds vertreten wir eine andere Sichtweise. Die Hälfte des Aktienengagements in einem Markt zu halten, macht aus einer Risikoperspektive keinen Sinn. In unseren Clear Minds Strategien verfolgen wir deshalb einen «Equal Weight» Ansatz, d.h. die einzelnen Märkte sind grundsätzlich gleichgewichtet. Die Gewichte von Märkten mit grossem Risiko, zum Beispiel Anlagen in Schwellenländer, sind aber dennoch leicht reduziert (und vice versa für Märkte mit vergleichsweise tiefem Risiko).

US Aktien gehören also in jedes Depot. Das hat zwar grösstenteils mit sogenannt «harten Fakten» zu tun.

Auf meinem Rückflug neben zwei «Chicagoans» wurde mir aber auch einmal mehr bewusst: In Sachen Lust, Freude und Willen zum wirtschaftlichen Erfolg haben viele Amerikanerinnen und Amerikaner nach wie vor die Nase vorn. Das Recht auf «Pursuit of Happiness» (Streben nach Glück), das seit 1776 in der US-amerikanischen Verfassung steht, beanspruchen sie wahrscheinlich als täglichen Begleiter.

Ihre Privatsphäre ist uns wichtig.